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Amerikanisten der Universität Mainz nehmen an der Tri-National Summer School 2011 in Peking teil: World Culture, Global South and American Literature

Nach den ersten beiden Summer Schools der Amerikanistik im Jahr 2009 in Mainz und 2010 in Atlanta, USA, fand die diesjährige trinationale Summer School an der Universität Peking in China statt. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz war in diesem Jahr durch die Amerikanistik-Professoren Alfred Hornung und Oliver Scheiding sowie die Doktorandinnen Katja Kurz und Anita Wohlmann vertreten.

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen sowie Studierenden der gastgebenden Universität Peking, der University of International Business and Economics (UIBE) und der Georgia State University diskutierten sie über Weltliteratur und den globalen Süden. Das Kooperationsprojekt zwischen der JGU, der Georgia State University und der Universität Peking zielt auf einen interdisziplinären Austausch renommierter internationaler Wissenschaftler und den trinationalen Doktorandenaustausch ab.

Was früher als “Dritte Welt” galt, wird heute als globaler Süden bezeichnet. Die begriffliche Neuorientierung ist ein Versuch, den imperialistischen oder eurozentrischen Blick der “Erste Welt”-Länder aufzubrechen und in Zeiten der Globalisierung so neue Räume für transnationale Austausch- und Verstehensprozesse zu schaffen. Der globale Süden gilt dabei als politisches, soziales und literarisches Spannungsfeld, in dem unter anderem das Thema Sprache eine besondere Rolle einnimmt. Wenn Literaten, Künstler und Kritiker sich der Weltherrschaft des Englischen widersetzen und ihre Muttersprachen und lokale Dialekte verwenden, dann stellen sich neben Fragen der Übersetzung und Rezeption auch materielle Fragen der Veröffentlichung und Distribution. Wie bei vielen anderen Themen auch lässt sich hier diskutieren, wie die Themen Weltliteratur und Weltkultur konzeptionell und theoretisch greifbar gemacht werden und somit zu einem neuen Verständnis der amerikanischen Literatur beitragen können.

Eine internationale Tagung zum Thema “The Rise of World Literatures” eröffnete die 10-tägige Summer School Anfang Juli 2011. Neben den Mainzer Teilnehmern präsentierten weitere renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse, zum Beispiel Gayatri Spivak von der Columbia University in New York City, USA. Diese Tagung diente als programmatischer Ausgangspunkt für die trinationale Summer School ebenso wie das “Institute for World Literature”, eine Kooperation der Harvard University und der Universität Peking. Das akademische Programm mit Workshops und Gastvorträgen unter anderem von Bhekizizwe Peterson, Robert Dixon oder Femi Osofisan, mit Doktorandenpräsentationen und einem Seminar mit Gayatri Chakravorty Spivak wurde durch verschiedene Ausflüge der Summer School-Teilnehmer zu chinesischen Kulturstätten wie der Chinesischen Mauer oder den Ming-Gräbern oder in Museen moderner chinesischer Schriftsteller wie Guo Moruo und Lu Xun ergänzt.

Der trinationale Austausch wird nach der diesjährigen Summer School durch einen inneruniversitären Doktorandenaustausch zwischen Atlanta, Mainz und Peking fortgeführt. Zwei Doktoranden aus Peking und Atlanta werden ab Oktober 2011 am Department of English and Linguistics der Johannes Gutenberg-Universität Mainz forschen und lehren und die Austauschdoktoranden des letzten Jahres ablösen. Ein Mainzer Doktorand wird ab August 2011 an der Georgia State University arbeiten.

Kontakt und weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Alfred Hornung
Forschungs- und Lehrbereich Amerikanistik
Department of English and Linguistics
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-22146
E-Mail:
http://www.amerikanistik.uni-mainz.de/


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