Sie befinden sich hier: Start » Agrarwirtschaft der FH Bingen stärkt Naturschutz

Agrarwirtschaft der FH Bingen stärkt Naturschutz

Neues Bewirtschaftungskonzept für die Rheinwiesen: Die Agrarwirtschaft der Fachhochschule Bingen bewirtschaftet bereits seit rund 20 Jahren Grünland in den Rheinauen der Gemarkung Bingen-Gaulsheim. Zudem wird dort auf Ackerflächen Weidelgras,  Luzerne, Mais und Weizen angebaut.


Die Erträge sichern die Futtergewinnung für das Milchvieh auf dem Lehr- und Versuchsgut der Hochschule, dem St. Wendelinhof auf dem Rochusberg.

Mit einem neuen Bewirtschaftungskonzept für die Rheinwiesen wollen die Agrarwissenschaftler künftig die Interessen der landwirtschaftlichen Nutzung stärker nach dem Naturschutz ausrichten und den Lebensraum für dort beheimatete schützenswerte Flora und Fauna schonen. Unter anderem sind dort der langblättrige Ehrenpreis (Veronica longifolia) und eine besonders schützenswert Art der Wiesensilge (Silaum silaus) vertreten.

Weg von jährlich wechselnden Anbaukulturen, soll verstärkter Ackerfutterbau künftig die Bodenbearbeitungsintensität deutlich reduzieren, gleichzeitig verringert sich dadurch die Notwendigkeit von Pflanzenschutzmitteln: Deren Einsatz bleibt weitgehend auf Giftpflanzen und Teilflächen beschränkt. Natürliche Düngeverfahren mit Luzerne statt Kunstdünger, Flächentausch, Rekultivierung und Schnitttermine nach der Brutzeit und dem Aussamen gefährdeter Pflanzenarten sollen zeigen, dass landwirtschaftliche Nutzung und Umweltschutz keine Gegensätze sind. Es ist angestrebt, die Extensivierungsmaßnahmen gemeinsam mit Umweltschutz-Experten der FH durch wiederkehrende vegetationskundliche Erhebungen wissenschaftlich zu begleiten, jährlich die Maßnahmen zu bewerten und nach Bedarf anzupassen.

„Praktische Anwendung moderner agrarwissenschaftlicher Methoden im Einklang mit der Natur, schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen und die Entwicklung der praktizierten naturnahen hin zu einer stärker ökologisch ausgerichteten Agrarwirtschaft ist ein Zukunftsziel“, fasst Professor Dr. Jan Petersen die Gründe für die Änderungen zusammen.