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„150 Jahre Deutschland-Japan“

Eine internationale Tagung widmet sich vom 5. bis 9. September 2011 dem japanischen Philosophen Nishida Kitaro. Rund 50 Forscherinnen und Forscher aus Japan, der USA und Europa werden auf der Domäne Marienburg Nishidas Bedeutung für die Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts diskutieren.


Deutschland und Japan feiern im Jahr 2011 150 Jahre diplomatische Beziehungen.

Anlass für die internationale Tagung ist das 100. Erscheinungsjubiläum der ersten eigenständigen Buchpublikation Studie über das Gute von Nishida aus dem Jahre 1911. Prof. Dr. Rolf Elberfeld und Dr. Yoko Arisaka organisieren die Konferenz. Nishida Kitaro (1870-1945) ist der international meist rezipierte japanische Philosoph des 20. Jahrhunderts. „Im deutschsprachigen Raum ist er bisher nicht seiner internationalen Bedeutung gemäß wahrgenommen worden“, sagt Rolf Elberfeld, seit 2008 Professor für Kulturphilosophie an der Stiftungsuniversität Hildesheim.

Deutschland und Japan feiern im Jahr 2011 150 Jahre diplomatische Beziehungen. Die Hildesheimer Tagung ist Teil der Veranstaltungsreihe „150 Jahre Deutschland-Japan“, die unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff und Seiner Kaiserlichen Hoheit Kronprinz Naruhito von Japan steht. Der japanische Generalkonsul aus Hamburg, Setsuo Kosaka, wird anlässlich der Eröffnung der Konferenz am Montag, 5. September 2011, um 16:00 Uhr ein Grußwort sprechen.

Ziel der Tagung ist es, den philosophischen Beitrag Nishidas für die interkulturelle Entwicklung der gegenwärtigen Philosophie sichtbar und für den deutschsprachigen Raum anschlussfähig zu machen. Der besondere internationale Beitrag Japans für die Philosophie der Gegenwart soll herausgestellt werden. „Durch die Tagung wird zudem ein nachhaltiges internationales Kooperationsnetz ausgebaut, durch das für unsere Universität relevante Fragestellungen in Zukunft weiter bearbeitet werden können“, unterstreicht Elberfeld.

Elberfeld, der 2010 einen Ruf an die Universität Wien abgelehnt und in Hildesheim die Forschungsschwerpunkte interkulturelle Philosophie und Austausch zwischen Philosophie und künstlerischer Praxis weiter ausbaut, hebt die Bedeutung Nishidas auch für die Hildesheimer Theorie-Praxis-Verzahnung hervor: „Nishida vereint in seiner Person Philosophie und Kunst, er ist zugleich Denker, Dichter und Schreibkünstler in der Tradition der ostasiatischen Kalligraphie und somit eine paradigmatische Figur für die Verknüpfung von Theorie und Praxis, die an der hiesigen Universität den kulturwissenschaftlichen Studiengängen zugrunde liegt.“

Nishidas Texte wurden und werden unter anderem ins Deutsche, Englische, Französische, Italienische, Spanische und Chinesische übersetzt. „Wir wollen auf der Tagung grundlegende Aspekte von Nishidas Philosophie analysieren und im Hinblick auf zukünftige philosophische Perspektiven reflektieren. Die Tagung soll durch einen allein der Philosophie Nishidas gewidmeten Forschungsband in deutscher Sprache dokumentiert werden“, hebt Elberfeld hervor.

Offizielle Sprachen der Tagung sind Deutsch, Japanisch und Englisch.

Die internationale Tagung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Straniak Stiftung gefördert.

Aktuelles Programm unter:

http://www.uni-hildesheim.de/media/presse/Sonstiges/Tagungsplan_8.8.2011_Nishida.pdf

Eröffnung: Montag, 5. September 2011, 16:00 Uhr
Veranstaltungsort: Domäne Marienburg, Domänenstraße, 31141 Hildesheim


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