Sie befinden sich hier: Start » Job & Karriere » Tipps zum Motivationsschreiben – Clever und erfolgreich bewerben

Tipps zum Motivationsschreiben – Clever und erfolgreich bewerben

Motivationsschreiben

Ein relativ neuartiges Element bei Bewerbungen ist das Motivationsschreiben. Es stellt einen der kreativsten Bestandteile der Bewerbungsunterlagen dar und verleiht Bewerbern die Chance, sich selbst und die persönliche Motivation konkret zu beschreiben.

Allgemeine Fakten zum Motivationsschreiben

Als 3. Seite wird das Motivationsschrieben deshalb bezeichnet, weil es normalerweise nach dem Anschreiben und Lebenslauf in den Bewerbungsunterlagen platziert wird. Im Fließtext erläutert der Bewerber, warum er die richtige Wahl für die Stelle wäre. Der gesamte Text muss die gleiche Schriftart aufweisen, wie bei den übrigen Bewerbungsunterlagen. Generell sollte das Motivationsschreiben über folgende Aspekte informieren:

  • Prägende Erfahrungen im Beruf
  • Wichtige Erfahrungen in Schule, freiwilligen Tätigkeiten und Freizeit
  • Motivation für die ausgeschriebene Stelle
  • Angaben zur Identifikation mit dem Unternehmen
  • Fachkenntnisse und Fähigkeiten
  • Stärken und soziale Kompetenzen
  • Ziele, sowohl beruflich als auch persönlich

Der Zweck dieses Schreibens kann auf die positive Selbstdarstellung reduziert werden, um das Ziel klar zu formulieren. Allerdings können sich die Anforderungen an das Motivationsschreiben von Stelle zu Stelle unterscheiden. Daher ist es ratsam, in der Stellenausschreibung nach Hinweisen zum Motivationsschreiben Ausschau zu halten. Ein Beispiel liefert hierfür der Spielwarenhändler myToys, der online weitere Bewerbungstipps aufgeführt hat und Bewerber unter anderem auf die gewünschten Faktoren im Motivationsschreiben aufmerksam macht. Werden derartige Angaben gemacht und sogar konkrete Fragestellungen formuliert, sollten sich Bewerber daran orientieren und diese möglichst aussagekräftig beantworten. Jedes Unternehmen, das solche Tipps und Empfehlungen ausspricht, hat Zeit und Mühe dafür aufgebracht. Werden die Hinweise ignoriert, wirkt sich das auf das weitere Bewerbungsverfahren negativ aus.

Um potenzielle Arbeitgeber nicht mit zu viel Text zu überfrachten, sollte sich ein Motivationsschreiben auf eine Seite beschränken. Ein Umfang von zwei Seiten ist das absolute Maximum. Grundsätzlich gilt: Arbeitgeber haben wenig Zeit, das Schreiben muss daher dementsprechend gestaltet werden. Die Sätze sollten präzise und leicht verständlich sein. Die Informationsdichte ist möglichst hoch anzusiedeln. Auf Wiederholungen und unübersichtliche Schachtelsätze ist vollständig zu verzichten.

Der Aufbau

Ähnlich wie im Anschreiben und Lebenslauf gibt es für das Motivationsschreiben empfehlenswerte Richtlinien zum Aufbau. Die folgenden Hinweise vereinfachen das Erstellen des Textes und sollten gewährleisten, dass der Leser sich schnell zurechtfindet.

  1. Ansprechpartner: Zunächst wird der Leser direkt angesprochen. Die Ansprache könnte beispielsweise lauten “Sehr geehrte Frau Mustermann,”. Hier ist es entscheidend, den richtigen Ansprechpartner anzugeben. Wer eine Stelle besetzen will, gibt in der Stellenausschreibung in der Regel eine Person an, die für die Entgegennahme der Bewerbungen verantwortlich ist. Diese Person muss im Motivationsschreiben genannt sein.
  2. Einleitung: Bei der Einleitung geht es in erster Linie darum, die Neugier des Lesers zu wecken. Sie sollte so gestaltet sein, wie es in bisherigen Bewerbungsanschreiben gängig war. Nachdem auf die Stellenanzeige Bezug genommen wird, erläutern Bewerber in Kurzform ihr Interesse für die Stelle und die damit verbundenen Tätigkeiten.
  3. Hauptteil: Im Hauptteil stehen die persönlichen Kenntnisse, Qualifikationen, Stärken, Erfahrungen und Fähigkeiten im Vordergrund. Der Hauptteil muss dem Leser vermitteln, warum der Bewerber die perfekte Besetzung für die Stelle wäre. Die beschriebenen Fähigkeiten und Fachkenntnisse sollten sinnvoll in Zusammenhang mit den erforderlichen Qualifikationen der Stelle gebracht werden. Fähigkeiten, die für die Stelle irrelevant sind, haben in einem Motivationsschreiben nichts verloren. Alles Wichtige darf jedoch detaillierter dargelegt werden. Erworbene Fähigkeiten und gesammelte Erfahrungen dürfen durchaus um Informationen ergänzt werden, die darlegen wo, wann und warum diese erlangt beziehungsweise gemacht wurden.
  4. Schlussteil: Der Schluss wird kurz und bündig formuliert und sollte einen Hinweis auf den nächsten Schritt im Bewerbungsverfahren enthalten. Ein Beispiel wäre hier: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr.“
  5. Grüße und Unterschrift: Nach einem „Mit freundlichen Grüßen“ erfolgt ohne Komma mit Zeilenabstand die Unterschrift. Wird die Bewerbung online übermittelt, ist eine eingescannte Unterschrift ratsam.

Sollte das Unternehmen ausschließlich ein Motivationsschreiben verlangen und kein Anschreiben wünschen, ist das Motivationsschreiben um Absender- und Empfängeradressen, Datum sowie Ort zu ergänzen. Die Anordnung sollte dann dem üblichen Anschreiben angepasst werden.


Mehr Artikel von Björn Röhrbein

Das könnte Sie auch interessieren

Ghostwriting von Bewerbungen

Die eigene Bewerbung schreiben lassen – sind es  dann noch eigene Bewerbungsunterlagen? Welche Argumente es für und wider die Zuhilfenahme von einzelnen Bewerbungsghostwritern beziehungsweise ganzen Bewerbungsservices gibt und wie Bewerber einen guten Bewerbungsservice finden, erklärt der Experte Holger Manzke.

  » mehr

Interview: „Auf keinen Fall zu salopp auftreten“

Gerade für Berufsanfänger sind die ersten Bewerbungen besonders aufregend. Wie sollte die Bewerbungsmappe gestaltet sein, soll ich Hobbys angeben? Wie angehende Auszubildende im Bewerbungsverfahren glänzen, verrät der Personaler Martin Krüger aus erster Hand.

  » mehr