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Chef-Typen und wie Sie mit ihnen umgehen

Stress durch den Chef

Arbeit sollte Spaß machen. Ein dafür wichtiger Faktor: ein entspanntes Arbeitsklima. Dabei gilt es nicht nur, mit den Kollegen auf einer Wellenlänge zu liegen, sondern auch, mit seinem Vorgesetzten auszukommen. Gerade unter Chefs gibt es jedoch Typen, die den Arbeitsalltag erheblich erschweren können. Mara Brinkmann stellt 3 Extreme vor und erklärt, wie Sie am besten mit einem solchen Chef umgehen.

  • Der Selbstverliebte
    Ein Chef sollte nicht nur Anweisungen austeilen und Aufgaben delegieren, sondern auch für Mitarbeitervorschläge und -ideen offen sein. Hier liegt das Hauptproblem mit einem selbstverliebten Chef. Diese sind davon überzeugt, ihre Arbeit perfekt zu erledigen und grundsätzlich alles richtig zu machen. Daraus ergibt sich, dass diese Chefs zwar gerne Kritik an anderen üben und die Schuld an Misserfolgen häufig abschieben, Kritik am eigenen Verhalten jedoch nur schwer akzeptiert können.
    Wichtig im Umgang mit einem solchen Chef: Nicht aufgeben! Wenn Sie Einwände haben oder überzeugt davon sind, dass sie eine entscheidende (wohlmöglich bessere) Idee für eine Problemlösung haben, halten Sie daran fest. Reden Sie am besten zunächst mit Kollegen darüber. Können diese Ihren Gedankengang nachvollziehen und unterstützen Sie in Ihrer Meinung, können Sie sich sicherer sein, dass Ihre Kritik berechtigt ist. Formulieren Sie Ihre Kritik dann möglichst positiv. Starten Sie mit Lob in das Gespräch und wählen Sie einen geeigneten Gesprächszeitpunkt. Außerdem sollte Ihre Argumentationsstrategie gut ausgearbeitet und mit sachlichen Argumenten belegt sein.
  • Der tobende Choleriker
    Dieser Art von Chef fällt es besonders in Krisensituationen schwer, sachlich und ruhig zu bleiben. Bei Problemen wird der Vorgesetzte schnell laut und teilweise ausfallend. Die Choleriker erkennen Schwächen und nutzen diese gerne aus. Deswegen benötigen Sie im Umgang mit einem solchen Chef nicht nur viel Ruhe, sondern auch eine große Portion Selbstbewusstsein.
    Bevor Sie in ein Gespräch mit einem cholerischen Chef gehen, sollten Sie sich eine Notausgang-Strategie überlegt haben. Denn wird der Choleriker wirklich zum tobenden Hitzkopf, kann es gut sein, dass die schreiende Kritik nicht mehr zu ertragen ist. Bevor es dazu kommt, dass Sie zurückschreien, sollten Sie sich lieber mit einem „Ich muss zunächst über Ihre bisherigen Worte nachdenken und würde gerne in einer Stunde wiederkommen“ entschuldigen. Achten Sie hierbei jedoch darauf, dass Sie die Bitte höflich und gelassen formulieren, um den Ärger Ihres Chefs nicht noch zu schüren und schließen Sie Ihren Abgang möglichst ohne knallende Tür. Außerdem empfiehlt es sich, die jeweiligen Konfliktsituationen im Nachhinein noch einmal durchzuspielen. So können Sie erkennen, in welchen Situationen Ihr Vorgesetzter emotional und aufbrausend reagiert.
    Das Problem beim tobenden Choleriker ist außerdem, dass er von Angestellten nur sehr schwer Kritik an seinem Verhalten annimmt. Wenn das Verhalten Ihres Chefs wirklich zu Problemen in der Zusammenarbeit führt, sollten Sie sich deswegen Verbündete suchen. Hierfür eignet sich beispielsweise der Betriebsrat oder der übernächste Vorgesetzte. Von seinem eigenen Chef wird der Choleriker die Kritik eher annehmen.
  • Der hinterlistige Tyrann
    In seinen Ansagen schwingt nicht nur ein aggressiver Unterton mit, sondern vor allem das Ziel, die Konkurrenz unter den Kollegen anzuheizen. Er versucht Rivalitäten zu schaffen und fährt dabei sehr abwechslungsreiche Strategien, sodass man sich nie über seine Taktik sicher sein kann. Der Tyrann vergibt gerne unterschiedliche Aufträge an Teammitglieder und setzt auf Verwirrung und widersprüchliche Aussagen. Diese Chefs ändern ihre Meinung am liebsten am Tag vor der entscheidenden Deadline. 

    Die Arbeit unter einem solchen Chef erfordert neben der Fähigkeit, einstecken zu können, und der Bereitschaft, sich auch auf Konfrontationen einzulassen vor allem ein starkes Team. Wichtig hier ist also nicht nur Ihre eigene Befähigung mit dem Vorgesetzten umgehen zu können, sondern der Zusammenhalt unter den Kollegen. Die Teammitglieder müssen sich bewusst sein, dass Ihr Chef gerne für Konkurrenzkampf und Druck sorgt. Starke Zusammenarbeit ist deswegen umso wichtiger. Stimmen Sie Aufträge Ihres Chefs mit Kollegen ab und prüfen Sie so, ob alle Teammitglieder sich des gleichen Zieles bewusst sind. Arbeiten Sie dann zusammen an Projekten. Sollte ihr Chef sich in widersprüchlichen Aussagen verstricken, müssen Sie dann nicht beginnen, an sich selber zu zweifeln, sondern können sich durch die Absprache mit den Kollegen sicher sein, die ursprüngliche Zielsetzung richtig verstanden zu haben.

Wenn Sie nicht das Glück haben unter einer harmlosen „Chef-Sorte“ zu arbeiten, sondern an einen dieser 3 Härtefälle geraten sind, gilt es also vor allem selbstbewusst, stark und ruhig aufzutreten und sich Verbündete in Form von loyalen Kollegen, anderen Vorgesetzte oder dem Betriebsrat zu suchen.

Vergessen Sie außerdem nie, dass auch Ihr Chef sich seine Position erarbeitet haben muss und somit einmal fachliche und menschliche Qualitäten bewiesen hat. Auf dieser Grundlage können Sie ein besseres Verhältnis anstreben. Gestehen Sie sich jedoch auch ein, dass grundsätzlich die Chemie zwischen zwei Menschen nicht immer stimmen muss. Bevor Sie Ihr Job dauerhaft unglücklich macht, sollten Sie sich auf jeden Fall nach Alternativen umsehen.


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