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Bürokaufleute – Allrounder mit Entwicklungspotenzial

Der Countdown läuft. Noch wenige Monate und tausende Schulabgänger in Deutschland werden ihre hart erkämpften Abschlusszeugnisse in den Händen halten. Und dann? Wer eine Ausbildung anstrebt sollte sich bald entscheiden. Wir helfen bei der Berufswahl und nehmen einen beliebten Klassiker unter die Lupe: den Bürokaufmann, beziehungsweise die Bürokauffrau.

21642 neue Ausbildungsverträge wurden nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung im vergangenen Jahr abgeschlossen. Damit steht das Berufsziel Bürokaufmann mit Platz drei ganz oben im bundesweiten Ranking. Kein Wunder, handelt es sich doch um einen abwechslungsreichen Job mit vielfältigen Entwicklungschancen. Und: Bürokaufleute werden immer gebraucht.

Tätigkeiten und Verdienst

Bürokaufleute arbeiten in der Verwaltung von Unternehmen aller Branchen: im Handel ebenso wie in Industrie und Handwerk, im mittelständischen Familienbetrieb ebenso wie in DAX-Unternehmen.

Während in kleinen Betrieben der Alleskönner gefragt ist, teilen sich in großen Unternehmen mehrere Bürokaufleute die Aufgaben und entwickeln sich zu Spezialisten auf ihrem Gebiet. So arbeiten sie zum Beispiel in der Buchhaltung, im Rechnungswesen oder in der Personalabteilung. Sie schreiben Rechnungen, prüfen Zahlungseingänge und sorgen dafür, dass die Belegschaft pünktlich ihre Gehälter bekommt. Sie beschäftigen sich mit Bestands- und Verkaufszahlen, aber auch mit Steuer- und Versicherungsfragen. Gleichzeitig planen sie Reisen und Termine, übernehmen den Schriftverkehr und sind generell für einen funktionierenden Kommunikationsfluss zuständig.

Als Fels in der Brandung behalten Bürokaufleute im Tagesgeschäft den Überblick, sind Organisationstalente, arbeiten effizient und punktgenau. Deshalb sind die besten Vertreter ihrer Art Gold wert – auch wenn sie nicht immer so bezahlt werden. In der Ausbildung verdient der Azubi monatlich zwischen 420 und 850 Euro, danach zahlen Firmen je nach Größe, Tätigkeit und  Verantwortung Monatsgehälter zwischen 2450 und 2700 Euro brutto (laut Bundesagentur für Arbeit)

Ausbildungsvoraussetzungen und -inhalte

Rechnen, Schreiben, Organisieren – die Anforderungen an Bürokaufleute sind vielfältig, genau wie die Aufgaben. Man sollte Zahlen lieben, aber auch sicheres Deutsch beherrschen. Menschliche und soziale Qualitäten sind gefragt in der Zusammenarbeit mit Kollegen und anderen Abteilungen. Und der Kontakt zu Kunden erfordert perfekte Umgangsformen und Kommunikationstalent.

Sind die persönlichen Voraussetzungen erfüllt, kann es losgehen. Ob Haupt- oder Realschulabschluss, Fachhochschulreife oder Abitur – dieser Beruf steht jedem offen. Die dreijährige Ausbildung, an deren Ende eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK) steht, kann der Azubi entweder im Dualen System – also gleichzeitig im Ausbildungsbetrieb und an der  Berufsschule – oder auch nur an einer berufsbildenden Schule absolvieren. Im Zentrum stehen folgende Inhalte:

  • Rechnungswesen und Buchführung
  • Informationsverarbeitung (Daten- und Textverarbeitung)
  • allgemeine und spezielle Wirtschaftslehre

Eine interessante Alternative: der Industriekaufmann/-frau

Artverwandt ist der Beruf des Industriekaufmanns. Manche Aufgabengebiete überschneiden sich, zum Beispiel im Personal- oder Rechnungswesen. Wichtige Tätigkeitsfelder sind Materialwirtschaft und Produktion. Industriekaufleute kaufen Rohstoffe ein, planen und optimieren Arbeitsabläufe. Im Vertrieb erstellen sie Angebote, verhandeln mit Kunden, entwickeln Marketingstrategien und organisieren Werbeaktionen.

Während Bürokaufleute eher verwalten und organisieren, sind es die Industriekaufleute, die praktischer arbeiten und mehr planen und steuern. Kommunikations- und Verhandlungsgeschick sind gefordert und bei international agierenden Firmen auch Fremdsprachenkenntnisse. Wer gut und gerne strategisch denkt und vielleicht eine Karriere im Marketing anstrebt, für den kann die Ausbildung zum Industriekaufmann der perfekte Einstieg sein.

Weiterbildung und Karrierechancen

Für beide Berufe gibt es diverse Weiterbildungsmöglichkeiten. Schon die Ausbildung lässt sich „upgraden“, mit der sogenannten „Ausbildung mit Zusatzqualifikation“. Sie ist Teil der Bundesinitiative „Ausbildung plus“, die vor zehn Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen wurde. Neben den standardmäßigen Lerninhalten werden weiterreichende Fähigkeiten vermittelt: beispielsweise  Informationstechnologien oder eine internationale Qualifikation in Form von Auslandspraktika. Anbieter von Zusatzqualifikationen sind vor allem die Betriebe und Berufsschulen, aber auch die Bildungszentren der IHK.

Bürokaufleute können sich auch nach ihrer Ausbildung auf einzelne Teilbereiche spezialisieren und dann zum Beispiel als Personalsachbearbeiter oder Vertriebsassistenten arbeiten. Darüber hinaus gibt es verschiedene Aufstiegsweiterbildungen, etwa zum Fachkaufmann für Büromanagement, zum Bürofachwirt oder zum Betriebswirt für Kommunikation und Büromanagement. Über die Weiterbildungsangebote informiert die Bundesagentur für Arbeit.

Duales Studium

Wer noch höher hinaus will und die Führungsebene anvisiert, sollte auf jeden Fall ein Studium anhängen. Eine spannende Möglichkeit, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, ist das duale Studium, ebenfalls Teil der Bundesinitiative „Ausbildung plus“.

Die Kombination aus Hochschulstudium mit Praxisphasen in Unternehmen ist nicht nur abwechslungsreich, sondern bietet auch die Chance, das theoretisch Erlernte direkt anzuwenden. Die Studieninhalte werden in Absprache mit den Betrieben genau auf die Anforderungen im Beruf zugeschnitten. Verschiedene Fachrichtungen wie Wirtschaftsinformatik, Logistik oder Management stehen zur Wahl und nach drei bis fünf Jahren hat der Student sowohl einen Diplom- oder Bachelor- als auch einen Berufsabschluss in der Tasche.

Ein Studium im Anschluss

Bürokaufleute mit Abitur können natürlich auch einfach nach ihrer Ausbildung noch ein „normales“ Studium anfangen, zum Beispiel ein betriebswirtschaftliches Bachelorstudium, ein Volkswirtschafts- oder auch ein international ausgerichtetes Wirtschaftsstudium.

Im Studium haben ausgebildete Bürokaufleute übrigens gute Aussichten auf einen lukrativen Nebenjob. Und danach sind sie aufgrund ihrer praktischen Erfahrung bei vielen Personalern willkommene Bewerber – möglicherweise der entscheidende Startvorteil.

Ob mit oder ohne Hochschulabschluss – eine Ausbildung zum/ zur Bürokaufmann/ -frau eröffnet viele Möglichkeiten und kann der Grundstein für eine weitreichende Karriere in Handel und Wirtschaft sein. Und wer am Ende dann doch lieber den Traum vom eigenen Café verwirklichen will, ist mit seinen Kenntnissen in Buchhaltung und Co schon bestens gewappnet.


Mehr zu diesem Thema bei http://www.buerokauffrau-online.de/

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