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Vertragsabschluss: Was Sie beachten sollten

Weiterbildung und Vertragsabschluss

Sie haben sich dazu entschieden, Ihrer Karriere auf die Sprünge zu helfen und möchten eine Weiterbildung beginnen? Bei der Vielzahl an Anbietern fällt es nicht leicht, sich für den richtigen Anbieter zu entscheiden. Folgende Punkte sollten Sie vor einem endgültigen Vertragsabschluss, der sie mitunter mehrere Tausend Euro kosten kann, beachten.

Warum eine Weiterbildung?

Bevor Sie einen festen Vertrag unterschreiben, sollten Sie noch einmal genau Ihre Motivation für die Weiterbildung unter die Lupe nehmen. Welche beruflichen Ziele sollen mit der Weiterbildung verfolgt werden? Sind die Inhalte des Lehrgangs wirklich passend und bietet sich ausreichend neuer Stoff? Ist der Abschluss für Ihre beruflichen Perspektiven tatsächlich verwertbar? Je intensiver Sie sich Gedanken gemacht haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie später enttäuscht werden.

Wie passt der Abschluss in die berufliche Laufbahn?

Prüfen Sie im Vorfeld, wie Sie sich mit dem neuen Abschluss weiterqualifizieren können. Dies ist abhängig von der Laufbahn, die Sie einschlagen möchten. Informieren Sie sich dazu bei den verschiedenen Anbietern. Sollten Sie z. B. einen Abschluss von einem privaten Anbieter in der Tasche haben, wird es schwierig, z. B. einen IHK-Abschluss zu machen, da viele Kammern keine Abschlüsse anderer Anbieter akzeptieren.

Habe Sie ausreichend Zeit für die Weiterbildung?

Eine Weiterbildung neben dem Beruf ist äußerst zeitintensiv und eine Doppelbelastung, da Sie in der Regel neben dem Beruf lernen. Hier sollten Sie sich keine Illusionen machen und ehrlich zu sich selbst sein:

Wie viel Zeit können Sie tatsächlich für Ihre Weiterbildung aufbringen? Lässt Ihre familiäre Situation den erhöhten Zeit- und Arbeitsaufwand zu? Sind Sie bereit, für Ihre Karriere die Zeit für Freizeitaktivitäten oder Hobbys zurückzuschrauben? Es wäre mehr als ärgerleich, wenn Sie nach ein paar Monaten feststellen, dass die Weiterbildung nichts für Sie ist und die bis dato gezahlten Gebühren umsonst gezahlt wurden. Letztendlich sollten die Gebühren schließlich eine Investition in Ihre Zukunft und kein Verlustgeschäft darstellen. Auch in puncto Finanzen sollten Sie sich darüber im Klaren sein, ob Sie die Mehrbelastung tragen können. Eventuell unterstützt Sie Ihr Arbeitgeber bei Ihrem Weiterbildungsvorhaben.

Welche ist ihre bevorzugte Lernform?

Je nach Ihren persönlichen Umständen kann sich für Sie ein Fernstudium eher eignen als ein Lehrgang, der aus reinen Präsenzveranstaltungen besteht. Machen Sie sich bewusst, welche Vor- und Nachteile beide Lernformen bieten und welche Sie am besten in Ihren individuellen Alltag integrieren können. Im Fernstudium können Sie selbstständig und unabhängig von Zeit und Ort lernen, müssen sich jedoch immer wieder selbst motivieren können. Präsenzlehrgänge bieten den Vorteil des Klassenverbands und den Kontakt mit Kommilitonen sowie feste Unterrichtszeiten. Vielen ist eine feste Lernstruktur wichtig. Allerdings sind Sie hier nicht so flexibel wie im Fernstudium.

Haben sie die Angebote verglichen?

Je nachdem für welchen Lehrgang Sie sich entschieden haben, sollten Sie vor einem Vertragsabschluss mit einem Anbieter auch andere alternative Angebote prüfen. Achten Sie dabei auch die Anforderungen der einzelnen Anbieter, die Inhalte der Lehrgänge, die Rahmenbedingungen sowie die unterschiedlichen Kosten. Wichtig ist auch, auf versteckte Kosten zu achten. Das heißt, welche Kosten sind in den Gebühren enthalten und für was müssen Sie zusätzlich selbst aufkommen? Fallen z. B. für Prüfungen zusätzliche Kosten an? Müssen Sie Lehrmaterial eigenständig erwerben? Wägen Sie die Angebote ab und entscheiden Sie sich für jenes, mit den für Sie idealen Konditionen.

Haben sie sich ausführlich beraten lassen?

Lassen Sie sich über die verschiedenen Angebote und Ihre individuelle Situation beraten, natürlich so unabhängig wie möglich. Beratungen zur Weiterbildung bieten z. B. die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern oder auch kommunale Träger und trägerunabhängige Beratungsstellen an.

Sind die Lehrgänge zertifiziert?

Achten Sie darauf, dass der ausgewählte Lehrgang zertifiziert ist, z. B. von der Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) oder nach DIN ISO 90000 ff, einer Norm der Qualitätssicherung. Vor allem bei Lehrgängen von privaten Bildungsanbietern, die nicht mit einer staatlichen Prüfung abschließen, sollten Sie auf diese Standards achten.

Sind externe Prüfungen vorgesehen?

In einem solchen Fall bereitet Sie z. B. ein Fernlehrgang nur auf die Prüfung vor. Sie müssen für die externe Prüfung meist ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen, die von den Anbietern genannt werden. Erkundigen Sie sich zur Sicherheit jedoch auch beim Prüfungsabnehmer, meist den Industrie- und Handelskammern, ob Sie mit Ihren individuellen Vorkenntnissen die Zulassungsbedingungen erfüllen, oder wie Sie diese im Lauf der Weiterbildung erwerben können.

Stehen ihnen Finanzierungsmöglichkeiten zu?

Je nach Ihrer persönlichen Situation können Ihnen Fördermittel für ihre Weiterbildung zustehen. Dazu können BAföG, Meister-BAföG, Bildungsgutscheine, Förderungen durch den Arbeitgeber oder auch Bildungsprämien gehören. Lassen Sie sich dazu von den jeweiligen Anbietern beraten. In der Regel können die Kosten für eine Weiterbildung zudem zusätzlich steuerlich abgesetzt werden.


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