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Schreiben lernen an der Schule des Schreibens

Seit 1969 unterstützt die Schule des Schreibens Menschen dabei, mehr aus ihrer Leidenschaft zu schreiben zu machen. Im Interview erklärt Frauke Mekelburg, Leiterin der Schule des Schreibens, wie das Fernstudium im Schreiben funktioniert, was die Schule des Schreibens zu bieten hat und wie man heute Autor wird.

Interview mit Frauke Mekelburg, Leiterin der Schule des Schreibens

Die Schule des Schreibens bietet Fernlehrgänge rund um das professionelle Schreiben an. Ist eine Weiterbildung eher für Personen geeignet, die ihr Hobby professionalisieren wollen oder auch für angehende Autoren, die ihren Lebensunterhalt mit dem Schreiben bestreiten möchten?

Frauke Mekelburg: Beide, angehende Hobby-Autoren aber auch Autoren, die das Schreiben hauptberuflich betreiben wollen, sind bei der Schule des Schreibens gut aufgehoben. Die Lehrgänge haben verschiedene Schwerpunkte und Zielsetzungen. So richtet sich die „Roman-Werkstatt“ zum Beispiel an Schreibende, die mit Abschluss ihres Lehrgangs einen fertigen Roman in den Händen halten wollen.

Wie funktioniert ein Fernstudium im Schreiben? Was unterscheidet das Fernstudium im Schreiben von anderen Fernlehrangeboten?

Frauke Mekelburg: Ein Fernstudium bietet sich beim Thema Schreiben geradezu an. Schreiben übt man nur durch Schreiben, worauf das ganze Lehrmaterial ausgerichtet ist. Unsere Teilnehmer erhalten die Lehrhefte, die ihnen die grundlegenden Techniken, Stilmittel und Genres im kreativen Schreiben vermitteln. Nehmen wir z.B. das Thema „Dialog“: Wie baut man gute Dialoge auf, worauf ist zu achten, damit sie echt klingen? Welche Regeln gibt es?

Der Lehrstoff ist mit zahlreichen Übungen aufgelockert, in denen der Teilnehmer das Gelernte direkt und spontan umsetzen kann. Jedes Lehrheft schließt dann mit einer ausführlicheren Aufgabenstellung ab, zu der der Teilnehmer einen Text schreibt und ihn an seinen Fernlehrer schickt. Dieser begutachtet den Text und gibt Tipps und Anregungen, wo etwas zu verbessern ist. Beim Schreiben zählt allein das Ergebnis. Ist der Text flüssig, anschaulich, spannend geschrieben? Kann er vor einem Leser bestehen? Auch wenn jemand im Kopf den kompletten Lehrstoff verstanden hat, zeigt sich der Erfolg erst in der Umsetzung. In anderen Fernlehrgängen wird häufig nur Wissen abgefragt, während ein Schreibstudium ganz auf die Praxis ausgerichtet ist.

An der Schule des Schreibens wird der Lehrgang durch viele Extras ergänzt. Wir bieten z.B. Schreibseminare vor Ort an, verlegen eine eigene Teilnehmerzeitschrift und veranstalten jedes Jahr mehrere Schreibwettbewerbe. Besonders wichtig für unsere Teilnehmer ist auch unsere Online-Plattform, der „Autoren-Campus“. Hier können sich die Teilnehmer untereinander und mit den Fernlehrern austauschen. Viele nutzen den Autoren-Campus, um eigene Texte zu veröffentlichen und von ihren Mitstudierenden unter die Lupe nehmen zu lassen.

Sehr beliebt ist auch unser Lektoratsdienst. Hier können Teilnehmer Manuskripte einsenden, die sie hinsichtlich der Veröffentlichungsreife beurteilen lassen möchten. Sie erhalten dann von den Lektoren ein ausführliches Gutachten und Hilfestellungen für die Verlagssuche.

Im Interview

Frauke Mekelburg, Leiterin der Schule des Schreibens

Welcher Lehrgang in Ihrem Angebot ist derzeit der beliebteste und warum?

Frauke Mekelburg: Besonders beliebt ist unser Lehrgang „Große Schule des Schreibens“. Er bietet den Teilnehmern einen umfassenden Einstieg in das kreative Schreiben, in Genres und Erzählformen. Hier lernt der Teilnehmer schriftstellerisches Handwerk von der Pike auf und kann sich in allen möglichen literarischen Techniken ausprobieren. Die meisten Menschen, die mit Hilfe der Schule des Schreibens ihren Traum vom professionellen Schreiben verwirklichen wollen, wissen oft noch gar nicht, wo genau ihre schriftstellerischen Talente liegen. Viele lassen sich erst einmal von dem inspirieren, was sie selbst gern lesen – entdecken dann aber möglicherweise und mit Unterstützung durch ihren Fernlehrer, dass ihr Talent in einem ganz anderen Bereich liegt. Genau dieses Reinschnuppern in alle Genres sowie das Entdecken der weiten Welt des kreativen Schreibens macht den Lehrgang „Große Schule des Schreibens“ so besonders  – so beliebt.

Können Sie spezielle Fehler nennen, die Schreibanfänger häufig machen?

Frauke Mekelburg: Jeder Schreibanfänger macht Fehler. Gängige Techniken und Stilmittel sind einfach nicht bekannt oder noch nicht verinnerlicht. Vielen Teilnehmern ist zu Beginn nicht bewusst, wie viel Handwerk wirklich zum guten Schreiben gehört. Ohne Handwerk klingt der Dialog eben etwas hölzern. Die Hauptfigur hat zu wenig Einfluss auf die Handlung oder der Leser versteht ihre Motive nicht. Der Wendepunkt in der Geschichte kommt zu spät, das Ende ist nicht schlüssig – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Aber aus Fehlern lernt man und viele unserer Teilnehmer stellen schon nach kurzer Zeit fest, dass sie deutliche Fortschritte machen und ihren Schreibstil verbessert haben.

Gibt es Schreibwerkstätten, in denen die Teilnehmer mit ihren Dozenten oder mit anderen Teilnehmern in Kontakt treten und sich austauschen können?

Frauke Mekelburg: Ja, wir veranstalten regelmäßig unsere „Schreibtisch“-Seminare in verschiedenen Städten, u.a. Köln, Berlin, Hamburg und München. Jedes Seminar widmet sich einem bestimmten Thema, wie etwa dem Krimischreiben, Plotaufbau oder Publikationsmöglichkeiten. Hier hat sich auf dem Markt ja viel verändert. Diese Seminare sind immer gut besucht und bieten Gelegenheit, sich neben der fachlichen Arbeit auch persönlich kennenzulernen und auszutauschen.

Was zeichnet die Dozenten der Schule des Schreibens aus?

Frauke Mekelburg: Unsere Fernlehrer, wie wir unsere Dozenten bezeichnen, kommen alle aus der Praxis und können auf langjährige Erfahrung als Autoren, Redakteure oder Lektoren zurückblicken. Neben der fachlichen Expertise bringen Sie auch pädagogische Kompetenz mit – und sie wissen, was es bedeutet, an einem Manuskript zu schreiben, es wieder und wieder zu überarbeiten und sich immer selbst zu motivieren. Auf dieser Grundlage können sie unsere Teilnehmer gut unterstützen. Das wird sehr geschätzt.

Wie beurteilen Sie die Karriereaussichten für Autoren? Gibt es aktuell Genreunterschiede in Bezug auf die beruflichen Perspektiven?

Frauke Mekelburg: Nicht alle unsere Teilnehmer betrachten das Schreiben unter Gesichtspunkten wie Karriere oder Geld verdienen. Für viele ist es einfach eine große Leidenschaft oder ein Hobby, wie für andere der Sport. Sie finden ihre Erfüllung darin, Geschichten zu schreiben, die Welt und sich selbst mit anderen Augen zu betrachten – denen eines Schriftstellers – und ihre Fähigkeiten auszubauen. Und sie machen bei uns die wichtige Erfahrung, wie viel beim Schreiben Handwerk, also lernbar ist.

Im Hinblick auf eine Vermarktung gehören – neben einem gelungenen Manuskript – sicherlich immer noch eine große Portion Anstrengung, Frustrationstoleranz und schließlich auch Glück dazu. Der Buchmarkt befindet sich derzeit in einem dramatischen Wandel, der aber gerade für unbekannte Autoren auch Chancen birgt. Schon immer war es schwierig, sein Manuskript bei einem Publikumsverlag unterzubringen. Heute ist dies noch schwieriger geworden, zumal die Verlage zunehmend mit literarischen Agenturen zusammenarbeiten. Natürlich gibt es Genres, mit denen ein Autor eher eine Chance hat. Fantasy, Romantasy, Erfahrungsbücher, Krimis erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, während es schwierig ist, ein Manuskript zu lancieren, das sich keinem Genre eindeutig zuordnen lässt. Es gibt Autoren, die ganz bewusst für den Markt schreiben und gefragte Genres bedienen. Viele aber lehnen das ab und für sie öffnet das Internet seine Portale. Durch E-Books und Publishing on Demand gelingt es immer mehr Autoren, ihre Bücher – unabhängig von einem Verlag – selbst zu verlegen und erfolgreich zu vermarkten. Und damit gegebenenfalls sogar doch einen Verlag auf sich aufmerksam zu machen. Denken Sie beispielsweise an E. L. James „Shades of Grey“ oder auch an Nele Neuhaus und ihre Krimi-Erfolge. So entsteht im Internet eine ganz neue Freiheit. Der Markt wandelt sich – und dies nicht unbedingt zum Nachteil unbekannter Autoren.

Können Sie Autoren Tipps an die Hand geben, wie sie den Weg in die Öffentlichkeit schaffen können?

Frauke Mekelburg: Unabdingbar sind ein gutes Manuskript und ein fehlerfreies Exposé. Wenn Sie von Ihrem Manuskript überzeugt sind, suchen Sie sich eine Agentur, die das entsprechende Genre vertritt und die Verlagssuche übernimmt.

Oder nutzen Sie die eben genannten Möglichkeiten des Selbstverlags per E-Book oder Publishing on Demand, mit denen Sie schnell und unkompliziert an die Öffentlichkeit gehen können. Der Vorteil ist, dass Sie den „Filter“ des Verlags hier umgehen und sehr viel schneller den Leser erreichen. Auch hier entscheidet aber allein die Qualität Ihrer Texte über den Erfolg – und genau das sollen die Teilnehmer in unseren Kursen lernen: gute Texte zu schreiben, die beim Leser ankommen.

Wie danken Ihnen herzlich für das Gespräch.


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