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Chancen für Quereinsteiger in Pflege & Ernährung

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Berufe in der Pflege und Betreuung gelten dank des demografischen Wandels als krisensicher. Gerade für Quereinsteiger bietet der Bereich mit der richtigen Weiterbildung beste Karrierechancen. Und auch die Nachbarbranchen Ernährung und Wellness boomen – und mit ihnen viele neue Jobs.

Der Fachkräftemangel in der Pflegebranche ist in allen Schlagzeilen. Bis zum Jahr 2030 wird es laut Verband Deutsche Alten-und Behindertenhilfe an rund 370.000 Fachkräften mangeln. Rund 42 Prozent mehr professionelle Kräfte werden in der Pflege gebraucht, als heute dort arbeiten – so lautet die Prognose.

Gesucht: Schwesternhelfer/innen und Altenpflegehelfer/innen

Bereits in den vergangenen Jahren sind auf dem Pflege- und Betreuungsmarkt zahlreiche neue Arbeitsplätze entstanden. Gesucht werden nicht nur examinierte Altenpfleger, sondern auch Hilfskräfte wie Schwesternhelferinnen oder Altenpflegehilfskräfte. Eine Weiterbildung, die innerhalb von nur einem Jahr absolviert werden kann und somit auch Fachfremden oder Arbeitslosen einen schnellen Einstieg in die Pflegebranche verschafft.

Mit der Weiterbildung sicher in den Job

Eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, welche Möglichkeiten sich gerade für Arbeitslose im Pflegebereich offenbaren. So kamen zwischen 2000 und 2003 von rund 40.000 Arbeitslosen, die eine berufliche Weiterbildung im Pflegebereich absolvierten, 67 Prozent 18 Monate nach der Weiterbildung in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung unter. Damit liegt der Pflegebereich rund 28 Prozent über dem Durchschnitt aller Fördermaßnahmen. Trotz teils sehr schlechter Ausgangsbedingungen besaßen die Teilnehmer eine gute Arbeitsmarktperspektive: Nur 2,2 Monate dauerte der Übergang in den Arbeitsmarkt im Schnitt.

Typischer Umschulungsberuf: Schwesternhelferin oder Pflegehelfer

Eine Grundqualifizierung zur Schwesternhelferin oder zum Pflegehelfer wird unter anderem vom Malteser Hilfsdienst, der Johanniter-Unfall-Hilfe und dem Deutschen Roten Kreuz angeboten und dauert im Durchschnitt zwischen 110 und 300 Stunden. Doch die Teilnehmer müssen sich dessen bewusst sein, dass die Qualifizierung nicht staatlich anerkannt ist und sie keinen Beruf erlernen, sondern auch in Zukunft als Hilfskraft arbeiten und nicht tariflich vergütet werden. Zudem ist die Qualifizierung in der Regel nicht auf andere Ausbildungsberufe anzurechnen. Ein Tipp der Stiftung Warentest lautet deshalb: Fragen Sie vor der Buchung beim Anbieter nach, ob es ein Qualitätsmanagement für die Kurse gibt.

Weitere interessante Berufsfelder: Ernährung, Wellness & Co

Doch nicht nur Arbeitslosen und Quereinsteigern bietet der Pflegebereich die Möglichkeit, eine neue Tätigkeit zu erlernen. Denn mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein der Deutschen steigt auch die Zahl neuer Berufsfelder. Vor allem die Nachbarbranchen Fitness, Wellness und Ernährung verzeichnen einen regelrechten Boom. Auch hier gibt es neue Aufgabengelder, die oft über eine Weiterbildung oder ein Fernstudium erreicht werden können – z.B. der Ernährungs- und Wellnessberater.

Per Weiterbildung zum Ernährungsberater

Ob Quereinsteiger, Fitnesstrainer oder Heilpraktiker – mit einer Weiterbildung zum Ernährungsberater kann jeder vom Trend zur gesunden Ernährung profitieren. Quereinsteiger müssen jedoch bedenken, dass es für sie schwieriger ist, sich auf dem Markt zu behaupten – denn Krankenkassen bezuschussen nur die Leistungen von Fachkräften der Ernährungsberatung. Zudem sollten sie bei der Wahl des Anbieters laut Stiftung Warentest, die verschiedene Anbieter getestet hat, auf die Vermittlung folgender Inhalte achten:

Tätigkeitswissen

  • Berufsbild und Perspektiven
  • Verdauung (Anatomie und Physiologie)
  • Aufbau und Funktion der Nährstoffe
  • Lebensmittelgruppen
  • Lebensmittelrecht
  • Lebensmitteltoxikologie
  • Vollwertige Ernährung nach der DGE

Formen und Methoden der Ernährungskommunikation

Hintergrundwissen

  • Einflussfaktoren auf das Ernährungsverhalten
  • Gesund abnehmen
  • Vor- und Nachteile alternativer Ernährungsformen
  • Ernährungsmitbedingte Krankheiten (Symptome und Folgen)
  • Ernährungshinweise bei bestimmten Personengruppen
  • Essstörungen

Quelle: Stiftung Warentest

Wellness: Weiterbildungen erwünscht

Auch im Wellnesssektor, der ebenso wie der Ernährungsbereich boomt, wünschen Arbeitgeber, dass ihre Beschäftigten sich weiterbilden. Ganz oben auf der Weiterbildungs-Wunschliste stehen Qualifikationen im Bereich Fitness, Ernährung und Entspannungstechniken sowie bessere Fremdsprachen- und Marketing-Kenntnisse.

Doch anerkannte Abschlüsse sind noch selten in der Branche, ein einheitliches Berufsbild ist nicht in Sicht. Die Kommission Wellnessberufe des Deutschen Wellness Verbandes entwickelt deshalb Rahmenlehrpläne und Prüfungsordnungen, z.B. für den „Wellness-Assistenten“ oder den „Wellness-Professional“ und bietet hilfreiche Verbrauchertipps für Weiterbildungsinteressierte. Eine Weiterbildung zum Wellnessberater bietet z.B. die IHK an. Auf die Prüfung kann man sich auch im Fernstudium vorbereiten. Umfangreiche Informationen zu Berufsbildern im Bereich Wellness bietet das Wellness Massage Portal.

Wer seine Jobchancen im Bereich Wellness verbessern möchte, sollte aber bereits über eine Ausbildung im Bereich Kosmetik, Fitness, Gesundheit oder Tourismus verfügen. Quereinsteiger finden nur aufgrund einer Weiterbildung selten eine Stelle.

IT, BWL, Service

Auch IT-Kenntnisse werden im Pflegebereich immer wichtiger. So wünschen sich viele Arbeitgeber von den bereits im Pflegesektor Tätigen eine Weiterbildung im Bereich IT-Anwenderkenntnisse. Ebenso gefragt sind Weiterbildungen im Bereich Betriebswirtschaft.


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Eine Antwort

Rema am 14. September 2011 um 10:49 Uhr

Huhu, super Artikel. Ich beschäftige mich mit dem selben Thema und warte gespannt auf mehr Artikel dieser Art.