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Plagiate bei Abschlussarbeiten erkennen und vermeiden

Plagiate erkennen und vermeiden

Vor allem beim Verfassen von Abschlussarbeiten ist es ein gefürchtetes Thema: das Plagiat. Oft steckt keine böse Absicht hinter den wissenschaftlichen Fehltritten – sie passieren einfach, ohne dass sich der Student überhaupt darüber bewusst ist. Doch im Nachhinein nachzuweisen, dass die Kopie keine Absicht war, ist fast unmöglich. Deshalb ist es am besten, von Anfang an die größten Fehlerquellen auszumerzen. Das gelingt, wenn man sich bewusst macht, wieso Plagiate zustande kommen und sich an ein paar Richtlinien hält. Das finale Sicherheitsnetz bietet die professionelle, automatisierte Plagiatsprüfung.

Was sind häufige Ursachen für Plagiate?

Unwissenheit

Zu Beginn eines Bachelorstudiums, aber auch noch im Masterstudium, sind sich viele Studenten nicht sicher, was eigentlich die genaue Definition eines Plagiats ist und was als solches gehandhabt wird. Auf Grund dieser Unsicherheit werden nicht alle Zitate kenntlich gemacht. Häufig geschieht das bei indirekten Zitaten, also bei umgeschriebenem Text. Auch aus anderen Sprachen übersetzte Sätze werden oft ohne Kennzeichnung in Seminar-, Haus- oder sogar Bachelorarbeiten übernommen.

Zeitdruck

Vom Bachelor bis zum Master, Studenten kennen das Problem: Der Stundenplan ist vollgepackt, eine Seminararbeit jagt die nächste. Gerade bei einer umfangreichen Doktorarbeit kann man schnell in Zeitnot geraten. Die Gefahr ist groß, dass bei möglichst zügigem Schreiben die Quellenarbeit vernachlässigt wird. Wer zu stark auf Tempo setzt, steigert die Wahrscheinlichkeit, Angaben zu vergessen oder lediglich unvollständig einzufügen.

Fehlender Überblick

Für eine so umfangreiche Abschlussarbeit wie eine Doktorarbeit, aber auch bereits bei einer Bachelorarbeit, ist die Vorbereitung sehr intensiv. Schon vor dem Schreibprozess wird viel gelesen, notiert und gesammelt. Beginnt dann das Schreiben, verliert man in der Vielzahl an Informationen schnell den Überblick. Welche Angaben schon gekennzeichnet wurden und welche eigentlich die eigenen Ideen sind, vergisst man schnell mal. Verstreicht dann noch ein wenig Zeit, ist es sehr schwierig, alle einbezogenen Quellen nachzuvollziehen.

Plagiate vermeiden: Wie geht das?

Informieren

Um ein Plagiat zu vermeiden, muss zunächst einmal klar sein, was überhaupt darunter fällt. Die Faustregel ist: Jeder fremde Inhalt muss gekennzeichnet werden. Egal, ob er wörtlich oder umgeschrieben in die wissenschaftliche Arbeit übernommen wird.

Zitiervorgaben einhalten

Jede Universität oder Hochschule hat eigene Vorgaben für die Zitierweise, die für den Bachelorstudenten genauso wie für den Doktoranden gelten. Meist findet man sie auf der Website des eigenen Fachbereichs. Es ist essentiell, sich strikt an sie zu halten. Bereits kleine Abweichungen können negativ auffallen oder zu Konsequenzen in der Bewertung führen.

Systematisieren der Quellenarbeit

Ein konkretes System, das das eigene Arbeiten strukturiert, ist sehr hilfreich. Sinnvoll ist es, Zitate immer gleich beim Einbinden zu kennzeichnen, direkt eine genaue Quelle anzugeben und im besten Fall diese sofort ins Literaturverzeichnis aufzunehmen. Hält man sich an diesen Ablauf und verinnerlicht ihn schon von der ersten Hausarbeit an, werden viele kleine und auch größere Fehler vermieden.

Zeit nehmen

Wer ungenau arbeitet, zahlt das häufig später zurück. Denn alle Quellenangaben am Ende der Arbeit intensiv nachzuprüfen und zu konkretisieren, frisst nicht nur unheimlich viel Zeit, sondern auch Nerven. Wer von Anfang an genau und detailliert arbeitet, braucht zwar beim Schreiben ein wenig länger, spart sich aber umfangreichere Arbeit kurz vor der Abgabe.

Quellen ehrlich einbinden

Quellen sind fester Bestandteil jeder wissenschaftlichen Arbeit – sie gehören dazu, wie ein Inhaltsverzeichnis und die Forschungsfrage. Sie unterstützen die Argumentationsstruktur der Arbeit und sind damit unverzichtbar. Wichtig ist ihre korrekte Kennzeichnung.

Plagiatscheck nutzen

Am Ende der Arbeit steht ein professioneller Plagiatscheck. Von einer Software wird automatisiert die Bachelor-, Master- oder auch Doktorarbeit auf ungekennzeichnete Zitate überprüft. Im Anschluss wird ein Plagiatsprotokoll erstellt, in dem alle Auffälligkeiten aufgeführt sind. Sinnvoll ist ein Plagiatsfinder nicht nur für Masterstudenten oder Doktoranden, sondern auch bereits im Bachelorstudium. Auch bei umfangreichen Hausarbeiten kann eine Plagiatsprüfung eine gute Investition sein. Denn Irren ist menschlich – Fehler können sich immer einschleichen.

Macht man sich bewusst, was die Ursachen für einen Großteil der Plagiate sind und bemüht sich, ein paar Regeln einzuhalten, wird das Risiko deutlich minimiert, einen Plagiatsfall zu begehen. So werden böse Überraschungen bei der Bewertung der wissenschaftlichen Arbeit vermieden.

Ein Tipp noch zum Ende: Plagiatserklärung nicht vergessen! Sie ist fester Bestandteil und muss, von jedem Bachelor- und Masterstudenten, unterschrieben der wissenschaftlichen Arbeit beigefügt werden.

Weiterführende Links zum Thema

Wer noch mehr zum Thema Plagiat lesen möchte, findet hier eine Auswahl an weiterführender Links:


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