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Bücher vs. Internet – Die besten Quellen richtig nutzen

Bibliothek vs Internet

Muss man in Zeiten von Web 2.0 tatsächlich noch in die Bücher schauen? Ein bisschen Googlen und schon hat man doch ein Hausarbeitsthema. Das WWW ist voll von Informationen. Hat die gute alte Uni Bib ausgedient?

Die Literatursuche im Internet hat viele Vorteile: Sie sparen sich den Gang in die Bibliothek, Wartezeiten an der Ausleihe fallen weg, Sie sind unabhängig von Öffnungszeiten und müssen auch nicht damit rechnen, dass die gesuchten Texte bereits alle ausgeliehen sind.

Viele Universitäten sind dabei, umzurüsten und Bücher und Zeitschriften auch in digitaler Form anzubieten. So hat die Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek bereits rund 8.000 E-Books angeschafft. Aber wie sieht es mit frei zugänglichen Quellen im Internet aus? Die meisten Studenten nutzen Suchmaschinen. Google und Co. sind tatsächlich ideal, um sich schnell in ein neues Sachgebiet einzulesen und sich erste Informationen zu beschaffen. Wer z. B. ein Seminararbeitsthema in einer Suchmaschine eingibt, erhält Suchergebnisse zuhauf. Doch wie verwertbar sind diese Quellen?

Sicherlich wird man zunächst auf die eine oder andere Datenbank stoßen, wo vielleicht ein ganz ähnliches Thema wie das gesuchte bereits in einer Hausarbeit bearbeitet wurde. Sich in fremden Arbeiten einlesen, mag vielleicht zunächst hilfreich erscheinen. Steht man selbst auf dem Schlauch und weiß nicht wirklich, wie man das Thema angehen könnte, können alte Arbeiten interessante Gedankenanstöße bieten. Wirklich verwendbar sind solche Quellen jedoch nicht.

Wenn Sie sich jedoch per Internet auf Literatursuche begeben, nutzen Sie z.B. „Google Scholar“. Anders als die klassische Suchmaschine Google ist Google Scholar vielmehr eine Wissenschafts-Suchmaschine und zeigt Ihnen schnell und komfortabel an, wieviel Literatur es zu Ihrer speziellen Suchanfrage gibt. Sie sparen sich hiermit also Zeit, denn Sie haben bei vielen Ergebnissen die Möglichkeit, in die Texte hineinzulesen und können so direkt entscheiden, ob Sie sich dieses Buch in der Bibliothek ausleihen können, oder ob es sich nicht lohnt. Außerdem können Sie weitere Informationen zu den Autoren abrufen und es besteht die Möglichkeit, Bücher zu rezensieren.

Welche guten Quellen gibt es im Internet?

Der Trend zur digitalen Veröffentlichung von wissenschaftlichen Arbeiten nimmt stetig zu. Sind Sie im Internet auf der Suche nach Fachartikeln und Aufsätzen, sollten Sie in jedem Fall bedenken, dass viele Autoren genau prüfen, wo sie veröffentlichen. Das können die Hochschulserver sein, jedoch in der Regel keine normalen Internetseiten. Der klassische Weg ist jedoch immer noch die Veröffentlichung in Verlagen von wissenschaftlichen Zeitschriften, in Magazinen und Büchern.

Dennoch bietet das Internet viele Vorteile, vor allem eines: Aktualität. Nirgendwo sonst können Fakten und Inhalte so schnell aktualisiert werden, wie im Web. Zudem gibt es auch eine Vielzahl an Websites jenseits von Wikipedia, die bedenkenlos zitiert werden können und Ihre Arbeit deutlich aufwerten können:

  • Hochschulserver
    Viele Universitäten verfügen derzeit bereits über Dissertationen in elektronischer Form im vierstelligen Bereich. So verfügt die Uni Frankfurt bereits über 2.000 solcher wissenschaftlicher Arbeiten in elektronischer Form.
  • Offizielle Webseiten
    Je nachdem, welche Informationen benötigt werden, bieten offizielle Webseiten wie z.B. die des Statistischen Bundesamt seriöse Inhalte an, die in der Regel bedenkenlos verwendet bzw. zitiert werden können. Genauso verhält es sich mit bekannten Instituten oder Institutionen. Auch Webseiten von Verbänden und Parteien können vertrauenswürdig sein. Jedoch sollte man hier die Texte und deren Zweck genau prüfen. Oft sind die Texte nicht objektiv genug, und wenn wichtige Fakten im Text fehlen, sollte man noch einmal über die Verwendbarkeit der Inhalte nachdenken.
  • Blogs
    Auch Blogs können für viele Themen von Interesse sein, denn auch in solchen Kanälen schreiben veröffentlichen viele Wissenschaftler ihre Thesen. Blogs sind also für nähere Hintergrundinformationen und für Einblicke in verschiedene Sichtweisen durchaus interessant und vielleicht auf hilfreiche für die Arbeit, jedoch sollte aus Blogs nicht zitiert werden.

Wichtig ist, egal, um welche Webquelle es sich handelt: Speichern Sie die relevanten Texte ab und drucken Sie sie ggfs. aus. Thematisch in einem Ordner sortiert, können viele besser mit den Texten umgehen, als nur am Bildschirm zu lesen und zu arbeiten. Notieren Sie zudem zu jedem Text den Autor, den Titel, das Erstellungsdatum, die URL sowie das Zugriffdatum. Das Web ist vergänglich und der Text, aus dem Sie zitieren wollen, kann schnell auch wieder offline sein.

Korrekt zitieren

Auch für Quellen aus dem Web gilt: Jedes direkte und indirekte Zitat muss gekennzeichnet werden. Die meisten Fachbereiche und auch viele Professoren selbst haben Handouts für korrektes Zitieren zusammengestellt, wo auch Zitate aus dem WWW erwähnt werden. In jedem Fall sollte man den Autor, den Titel des Textes sowie das Datum der Veröffentlichung nennen, sofern dies vorhanden ist. Schließlich müssen Sie die vollständige URL des Artikels und das Zugriffdatum angeben. Dies ist wichtig, da viele Artikel nur temporär im Internet zu finden sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, speichert alle Seiten als pdf-Datei ab und liefert sie auf CD gebrannt zusätzlich zur wissenschaftlichen Arbeit ab. So kann der Prof ggfs. die Zitate selbst nachlesen.

Vorsicht vor Plagiaten

Die Verlockung, einfach passende Textpassagen zu kopieren und in die eigene Arbeit einzufügen, ist groß und immer mehr Studenten gehen ihr tatsächlich nach. Viele Professoren können ein Lied von Hausarbeiten singen, die vielmehr aus Kollagen zusammengesetzter, kopierter Textteile bestehen, als aus eigenen Gedanken. Wer auffliegt, gefährdet seine Note und im schlimmsten Fall seinen Abschluss.

Bibliotheken bleiben die Nummer eins

Resümierend kann man nur festhalten, dass das Internet viele Vorteile hat und je nach Arbeitsthema auch unumgänglich ist, dennoch wird man bei einer wissenschaftlich korrekten Arbeit nicht um einen oder mehreren Gängen in die Bibliothek herumkommen. „In Büchern findet man 90 Prozent Seriöses und 10 Prozent Unsinn – im Internet ist es umgekehrt“, erklärt der Professor an der Fachhochschule Frankfurt am Main, Roland Schimmel. Man kann also davon ausgehen, dass man in der Bibliothek in der Regel auf seriöse Literatur trifft. Hier ist noch die Herausforderung gegeben, auch die wirklich passende Literatur zu finden. Bei beliebten Themen kann das durchaus aufwendig und zeitraubend sein.
Doch wie nutzt man eine Bibliothek eigentlich richtig? Die meisten Studierenden werden im ersten Semester eine Einführungstour durch die Bibliothek ihrer Uni mitgemacht haben, aber viele haben dennoch bei der ersten Hausarbeit ihre Probleme. Wer effektiv arbeiten und nicht unnötig Zeit verschwenden will, sollte sich bereits zu Beginn des Studiums eine gute Arbeitsmethode aneignen, um gezielt an die wirklich relevante Literatur zu gelangen.

Die meisten Universitäten verfügen über einen Gesamt-Katalog der verfügbaren Literatur. Wichtig: Aufsätze und Artikel sind in diesen Gesamt-Katalogen nicht enthalten. Die Kataloge verfügen in der Regel über eine Suchmaske, die bei den meisten Bibliotheken recht ähnlich aufgebaut ist. Man kann über Schlagwörter zum Autor, zum Herausgeber, aber auch zum Titel bestimmter Werke suchen. Beginnt man noch recht unspezifisch, kann man auch thematische Schlagwörter eingeben. Die Suchergebnisse werden schließlich mit Standort und der Verfügbarkeit der Bücher ausgegeben. Für Aufsätze gibt es meist noch ein gesondertes Suchsystem.

Man sollte sich bei der Literaturrecherche jedoch nicht allein auf die Katalogsuche beschränken. Viel interessanter und aufschlussreicher ist, sich in erste interessante Bücher und Artikel einzulesen und sich anschließend über die Literaturverzeichnisse weiterzuhangeln. Dies ist zwar mühsam, aber im Endeffekt sehr effektiv.


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Eine Antwort

Milan am 22. August 2012 um 13:08 Uhr

Ich finde ihre Informationen über eine Bibliothek ziemlich interessant und denke, das ich jetzt seltener das internet benutze.

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