Sie befinden sich hier: Start » Bildungschannels » Schule » So bereiten Sie Ihr Kind richtig auf die Schule vor

So bereiten Sie Ihr Kind richtig auf die Schule vor

Es sind nur noch wenige Monate, bis Ihr Kind eingeschult wird. Für die ganze Familie, besonders für das Kind, ist dies ein Schritt in ein neues Leben. Wir zeigen, was ein Kind zum Schulanfang können sollte und woran Eltern mit ihrem Kind in den letzen Monaten vor der Schule noch arbeiten können.

Im Kindergarten wird auch gearbeitet und etwas geschaffen, doch geschieht dies für die Kinder noch eher freiwillig und spielerisch. Hier ist es auch in Ordnung, wenn ein Kind mal ein paar Tage etwas anderes unternimmt oder nicht mitmachen will. In der Regel können die Kinder aus einem großen Angebot wählen.

Doch wie wird es im kommenden Jahr aussehen, wenn die Kinder sich an Regeln halten müssen und in einem zeitlich festgelegten Rahmen täglich neue Dinge lernen? Schon jetzt hören sie immer wieder von Kindern aus der Nachbarschaft, die schon von eins bis 100 zählen können. Ein anderes Nachbarskind kann ohne einen einzigen Fehler das Alphabet aufsagen. Aber was muss ein Kind denn nun können, wenn es in die Schule kommt?

Lesen, Rechnen und Schreiben

Das sind die Fähigkeiten, die einem Kind in der Schule beigebracht werden, von einem Vorschulkind wird das nicht erwartet. Sollte ein Kind also bisher „nur“ in der Lage sein, seinen eigenen Namen zu schreiben und das auch manchmal noch spiegelverkehrt, dann ist das völlig in Ordnung und kein Anlass zur Sorge.

Zahlen erobern

Es ist von Vorteil, wenn Ihre Kinder sich mit Zahlen bereits ein wenig auskennen. Das bedeutet, dass sie bis 10 oder vielleicht auch ein wenig weiter zählen können. Dabei gibt es viele Hilfen und Tricks die Sie anwenden und einsetzen können. Jeder Mensch hat Finger, die er abzählen kann. Fingerspiele helfen dabei. Dann können z.B. Schritte, Stufen, Teller, die auf den Tisch gestellt werden, gezählt werden – und so weiter. Dinge können immer und überall gezählt werden. Besonders spannend wird das Ganze auch dann, wenn es wieder rückwärts sein soll. Dabei kann man dann auch rückwärts gehen, dann macht das Ganze noch viel mehr Spaß!

Auch Würfelspiele sind eine gute Vorbereitung. Nach einiger Übung schaffen es die Kinder, die Würfelbilder nicht mehr auszuzählen, sondern sie kennen den jeweiligen Wert.

Es können auch Nudeln, Perlen, Steine oder andere kleine Dinge gesucht und dann gebündelt werden, so dass sie immer zehn ergeben.

Buchstabensalat

Buchstaben sind ein hochkompliziertes System, mit dem man unsere gesprochene Sprache auf Papier bringen kann.

Was für einen Erwachsenen völlig klar ist, ist für ein Kind zunächst einmal ein totales Chaos aus vielen mehr oder minder ähnlichen Zeichen. Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass die Buchstaben anders genannt werden, als wir sie aussprechen.
ND heißt für jemanden, der die Namen der Buchstaben nur kennt „Ende“ und RD „Erde“. Das erlernen des Alphabets ist also nicht nur überflüssig, sondern kann den Lese- und Schreiblernprozess leider auch negativ beeinflussen. Wenn Kindern Buchstaben beigebracht werden, dann bitte immer nur die Laute und nicht die Namen der Buchstaben.
Sinnvolle Übungen sind erste Sensibilisierungen der Kinder für Laute. Zum Beispiel „Wir suchen heute Wörter, die alle mit A wie Affe anfangen!“ oder „Wo hörst du das (T) wie Tanne in dem Wort Elefant? Vorne, in der Mitte oder am Ende?“

Aus Zeitschriften oder Katalogen können Dinge ausgeschnitten werden, die alle mit demselben Buchstaben beginnen. Dabei muss noch darauf geachtet werden, dass „Au“, „Ei“, „Sch“ usw. eigenständige Laute sind. Wird nach Wörtern mit E gesucht, dann ist zum Beispiel das „Eis“ nicht gefragt, denn es beginnt mit einem anderen Laut! Spricht man es ganz genau, dann klingt es sogar wie „A-i-s“. Darum sollten diese Worte besser ausgeklammert werden.

Wie kommen die Kinder im Schulalltag klar?

Die meisten Eltern sind mehr als überrascht, wenn sie sich einmal genau anschauen, was ihre Kinder im Kindergarten schon alles gelernt haben.

Hier ein paar Beispiele:

  • Die Kinder kennen ihren Kleiderhaken im Kindergarten, hängen dort ihre Jacke auf und wissen ganz genau, wo ihre sonstigen Dinge zu finden sind.
  • Sie können einen Stuhlkreis mit anderen zusammen bilden, sie können zuhören und auch erzählen.
  • Die Kinder sind in der Lage, sich ihr Spielzeug auszusuchen, sie holen es sich in der Regel selbstständig und stellen es auch wieder eigenständig zurück.
  • Sie richten sich nach Anweisungen der Erzieherinnen und halten diese ein.

Dies ist nur eine kleine Auswahl!

Schule ist in der ersten Zeit nichts anderes. Die Kinder müssen selbstständig in die Klasse gehen, sie müssen arbeiten, erzählen und zuhören – das sind in der Regel alles Fähigkeiten, die sie schon können!

Was sollten Kinder noch können?

Es gibt viele Sachen, die die Kinder können sollten, bevor sie in die Schule kommen und die mit den Eltern gemeinsam eingeübt werden können.

  • Schleife binden:

Dies sollten die Kinder können. Wenn das nicht pünktlich zum Schulanfang klappt, erst einmal auf Schuhe mit Klettverschlüssen zurückgreifen und weiterüben!

  • Stifte halten:

Stifte müssen mit einem Pinzettengriff gehalten werden. Dazu wird der Stift zwischen dem Daumen und dem Mittelfinger der rechten oder linken Hand gehalten. Mit dem Zeigefinger derselben Hand wird dann unterstützt. Dies sollten die Kinder unbedingt können. Geübt werden kann dies beim Malen und Ausmalen.

  • Papier schneiden

Der Umgang mit der Schere ist auch sehr wichtig. Zeitungen und Zeitschriften bieten herrliche Motive zum Ausschneiden.

  • Papier reißen

Zur Schulung der Feinmotorik ist auch das Zerreißen von Papier eine sehr gute Übung. Auch hier sind Zeitungen und Kataloge sehr gut geeignet.

  • Faltübungen

Es müssen nicht immer komplizierte Origamigebilde sein, Schiffe, Portemonnaies, Hüte etc. sind ebenfalls sehr gut geeignet.

  • Merkspiele

„Ich packe in meinen Koffer“ kann man in ganz vielen verschiedenen Abwandlungen spielen. Das klappt auch auf Autofahrten oder in der Badewanne.

  • Lieder

Laut und auch ruhig ein bisschen schief. Singen macht den Kindern jede Menge Spaß!

  • Balancieren und auf einem Bein stehen

Um ein besseres Körpergefühl zu bekommen, sollten Kinder so oft wie möglich jede Art der Bewegung nutzen. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Ausprägung des Gleichgewichts. Auch Fahrradfahren, Roller und Inline-Skates unterstützen dieses.

  • Schulweg einüben

Der Schulweg sollte mit dem Kind geübt werden. Vielleicht können sich mehrere Kinder verabreden und gemeinsam auf dem Schulweg ein wenig spielen und erste Erfahrungen sammeln.

Positives Gefühl zur Schule vermitteln

Kinder sollten nie den Eindruck bekommen, dass die Schule etwas Schlimmes ist oder etwas, das unangenehm sein könnte. Die Kinder sollten das Gefühl bekommen, dass sich alle gemeinsam auf die Schule freuen und es ein großes und spannendes Abenteuer wird.


Das könnte Sie auch interessieren

Mobbing in der Schule – so schützen Sie Ihr Kind

Wie entsteht Mobbing und wie können Eltern ihre Kinder schützen? bildungsXperten sprach mit Dr. Karl Gebauer, Autor des Buches "Mobbing in der Schule", der selber 35 Jahre lang als Lehrer tätig war, über die Ursachen und Folgen von Mobbing.   » mehr

Tschüss Grundschule! Tipps für den Übergang in die weiterführende Schule

Neue Fächer, neue Kinder und ganz andere Maßstäbe. Egal, ob Ihr Kind auf das Gymnasium, die Real-, Haupt- oder Gesamtschule geht – mit dem Übergang in die fünfte Klasse ändert sich alles. Wir geben Tipps, wie Sie Ihrem Kind bei der Eingewöhnung an der neuen Schule helfen.   » mehr