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Schulabschlüsse und Chancen – Ein Überblick

„Lerne was – dann bist Du was“, dieses Credo hat wahrscheinlich fast jeder von seinen Eltern und Großeltern schon einmal zu hören bekommen. Bildung ist nach wie vor eines der wichtigen Elemente, auf denen beruflicher und sozialer Erfolg basieren. Umso verständlicher wird der Anspruch vieler Eltern, dem Nachwuchs möglichst umfassende Bildungschancen anbieten zu können.

In Deutschland zählten die Statistiker des Statistischen Bundesamtes für das Schuljahr 2014/2015 etwa 11 Millionen Schüler. Davon gingen allein 2,3 Millionen Schüler auf eine Schule, welche die Hochschulreife als Abschlussziel hatte. Eine Überraschung offenbart der Blick in die Statistik: Selbst wenn man die Schulformen:

  • Hauptschule
  • Realschule
  • Schularten mit mehreren Bildungsgängen

zusammenrechnet, umfassen die drei Schularten weniger Schüler als die Gymnasien. Die meisten Schüler sind allerdings in den Grundschulen zu finden – mit mehr als 2,7 Millionen. Wie wichtig ist die Schule für den späteren Erfolg der Heranwachsenden? Und wie sehen die Schulformen im Detail aus? Eines vorweg: Der Charakter des deutschen Bildungssystems macht es leider schwierig, für alle Bundesländer gemeinsame Nenner zu finden.

Das Abitur – Der Weg zur Universität

Die Allgemeine Hochschulreife – sprich das Abitur – genießt nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert in puncto Elternansehen. Dies lässt sich unter anderem an den bereits erwähnten Schülerzahlen feststellen. Warum ist das Abitur aber für breite Bevölkerungsschichten so wichtig? Der Grund ist relativ schnell gefunden.

Es geht um die späteren beruflichen Chancen, welche sich aus einem Abitur ergeben. Abiturienten können – und dies steckt in der Bezeichnung Hochschulreife – sich nicht nur für einen Ausbildungsberuf entscheiden. Es steht der Weg an die Universitäten und Hochschulen offen. Das Ziel ist klar: Man will mit einem

  • Bachelor
  • Master oder
  • Doktor

das Studium abschließen und entweder im akademischen Kontext oder in Unternehmen Karriere machen. Allgemein herrscht immer noch die Ansicht vor, dass ein abgeschlossenes Studium die Karriereleiter schneller nach oben und damit auch zu mehr Wohlstand führt.

In der Regel erstreckt sich der Schulbesuch beim Abitur auf 12 bzw. 13 Jahre (je nach Bundesland). Abgeschlossen wird die Schulzeit mit den schriftlichen und mündlichen Prüfungen. Neben dem Abitur, das an den Gymnasien abgelegt wird, können Schüler auch die Fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife erreichen.

Wichtig: Mit der Hochschulreife hat man die Berechtigung für ein Studium in der Tasche. Ob man sich sofort nach dem Schulabschluss um einen Studienplatz bemüht oder zuerst eine Ausbildung anstrebt und anschließend studiert, bleibt jedem Abiturienten selbst überlassen.

Fachhochschulreife und fachgebundene Hochschulreife

In Deutschland existieren verschiedene Bildungswege und Schulformen. Die Folge: Neben den mittleren Bildungsabschlüssen haben sich in der Vergangenheit auch verschiedene höhere Abschlüsse entwickelt. Prominent wird an dieser Stelle in erster Linie das Abitur wahrgenommen. In dessen Schatten stehen die Fachgebundene Hochschulreife und die Fachhochschulreife.

Mit der Fachgebundenen Hochschulreife oder der Fachhochschulreife erreicht man einen höheren Bildungsabschluss, ist in den Wahlmöglichkeiten des Studiums allerdings eingeschränkt. So ist mit einer fachgebundenen Hochschulreife zwar das Studium an Hochschulen möglich, aber nur in bestimmten, im Zeugnis angegebenen Studiengängen und Fachrichtungen.

Noch weiter geht die Fachhochschulreife. Hier ist der Zugang – bis auf Ausnahmen in einigen Bundesländern (universitäres Bachelorstudium) – allgemein auf das Studium an Fachhochschulen beschränkt. Dennoch sollte man nicht den Fehler begehen, diese Abschlüsse in ihrer Qualität abzuwerten.

Tipp: Schüler können die fachgebundene Hochschulreife durch die Prüfung in einer zweiten Fremdsprache zur allgemeinen Hochschulreife aufwerten.

Mittlere Schulabschluss und Hauptschulabschluss

Mit der Lehrerempfehlung wird zum Ende der Grundschule der Weg in die weiterführenden Schulformen geebnet. Wer als Schüler entsprechende Leistungen an den Tag legt, erhält als Schulempfehlung beispielsweise das Gymnasium. Die Statistiken zeigen, dass mehr als 1,8 Millionen Schüler diesen Weg aber nicht gehen.

Der mittlere Schulabschluss und Hauptschulabschluss sind die beiden Formen, welche hier besonders hervortreten.

Der Hauptschulabschluss – auch als Berufsbildungsreife oder Berufsreife bezeichnet – stellt an dieser Stelle die untere Stufe der allgemeinen Schulabschlüsse dar. Erreicht wird er unter anderem durch:

  • den Haupt-/Gesamtschulabschluss nach der 9. Klasse
  • den Klassenwechsel von der 9. zur 10. Klasse am Gymnasium
  • die Hauptschulabschlussprüfung Hauptschule (Klasse 9)

Hierzulande ist der Hauptschulabschluss die Grundlage für die Aufnahme der dualen Berufsausbildung.
Besucht ein Schüler die 10. Klasse und schließt diese erfolgreich ab, spricht man:

  • vom mittleren Schulabschluss (mittlere Reife)
  • von der Fachoberschulreife
  • vom Realschulabschluss

Je nach Bundesland sehen die Bedingungen, unter denen dieser Abschluss erreicht werden kann, unterschiedlich aus. In der Realschule und den Gesamtschulen wird mit der 10. Klasse allgemein eine entsprechende Abschlussprüfung durchgeführt. Gleiches gilt für die in Sachsen anzutreffende Oberschule. In einigen Bundesländern wird beim Besuch des Gymnasiums mit der Versetzung von der 10. Klasse in die Klasse 11 die mittlere Reife zugesprochen.

Beide Abschlüsse berechtigen zwar zur Aufnahme einer dualen Berufsausbildung. Hochschulen bleiben den Absolventen aber verwehrt, da hierfür die entsprechende Hochschulreife erforderlich ist.

Wichtig: Im Rahmen der weiteren Bildungswege ist es in Deutschland möglich, die höheren Bildungsabschlüsse auch zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. So kann im 2. Bildungsweg der Hauptschulabschluss zum Realschulabschluss aufgewertet werden. Laut abi-nacholen.net gibt es zudem zahlreiche Möglichkeiten, auch die Allgemeine Hochschulreife nachträglich zu erwerben.

Eine gute Ausbildung legt den Grundstein für späteren beruflichen Erfolg. Doch aller Anfang ist bekanntlich schwer. Auch im Bildungsbereich ist Durchhalten eine wichtige Parole.

Fazit: Auch ohne Abitur kann man Erfolg haben

Mit dem Abitur in der Tasche stehen Absolventen die Türen der Universitäten offen. Diese Tatsache bedeutet aber nicht, dass man mit den anderen Schulabschlüssen automatisch die schlechteren Erfolgschancen im Beruf hat. Auf der einen Seite hängt der Weg auf der Karriereleiter nach oben stark von individuellen Faktoren wie Ehrgeiz, Fleiß und dem Willen zur Weiterbildung ab. Andererseits ist das Bildungssystem in Deutschland so angelegt, dass auch nach dem Schulabschluss höhere Bildungsgrade im zweiten Bildungsweg erreicht werden können. Dieser Umstand macht es beispielsweise möglich, berufsbegleitend das Abitur nachzuholen, um anschließend ein Studium an einer Hochschule abzuschließen.


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