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Gap Year – Langzeitsprachkurse und weitere Möglichkeiten

Wer seine Sprachkenntnisse im Ausland verbessern möchte, der hat vielfältige Möglichkeiten: Vom Sprachkurs über Volontariate bis hin zum Freiwilligenprogramm in Lateinamerika, Kanada oder Südafrika. Michel Jenal von der Agentur ESL Sprachreisen erklärt, was sich hinter dem Gap Year verbirgt und hat interessante Tipps für den Auslandsaufenthalt parat.


Viele Schüler oder Studenten möchten zum Beispiel nach dem Ende ihrer Ausbildung eine längere Zeit im Ausland verbringen, um bereits vorhandene Sprachkenntnisse zu verbessern oder auch um eine ganz neue Sprache zu lernen.

Aber nicht nur der Erwerb von Sprachkenntnissen ist eine wichtige Bereicherung für den Lebenslauf, auch die persönliche Entwicklung während eines Auslandsaufenthaltes spielt eine große Rolle. Ziel ist es, dass die Teilnehmer vollständig in die Sprache und Kultur eines fremden Landes eintauchen und so wertvolle Erfahrungen im Bereich der interkulturellen Kommunikation sammeln – für viele junge Leute eine einmalige Erfahrung.

Gap Year – Was ist das eigentlich?

Die verschiedenen Möglichkeiten eines Langzeitaufenthaltes im Ausland werden unter dem Begriff „Gap Year“ zusammengefasst. Nicht jeder kann oder möchte direkt für ein ganzes Jahr ins Ausland gehen, deshalb kann ein Aufenthalt im Rahmen eines solchen Programms zwischen 3 Monaten und 1 Jahr dauern, je nach Wahl des Teilnehmers. Die beliebteste Sprache für ein Gap Year ist Englisch, aber es werden auch viele weitere Sprachen wie Französisch, Spanisch, Italienisch, Japanisch, Chinesisch oder Russisch angeboten.

Der erste Teil des Programms dreht sich immer um einen Sprachkurs. Hier haben die Teilnehmer die Wahl, ob sie einfach einen allgemeinen Sprachkurs mit einer Dauer ihrer Wahl oder einen speziellen Langzeit-Sprachkurs besuchen möchten. Besonders beliebt sind Sprachkurse, die auf eine offizielle Sprachprüfung wie ein Cambridge-Examen, TOEFL oder IELTS vorbereiten und meist 12 Wochen dauern. So hat man die Möglichkeit, im Anschluss an den Sprachkurs direkt die gewünschte Prüfung abzulegen und einen offiziellen Nachweis über die erlangten Sprachkenntnisse zu erhalten – ein weiterer Pluspunkt für den Lebenslauf.

Manche Sprachschulen bieten auch Kurse an, die eine Sprache mit einem anderen Thema kombinieren, zum Beispiel Englisch & Tourismus, Business & Finanzen, Kunst & Design oder Filmstudien. Wer sich für einen dieser Themenbereiche interessiert, kann sich im Rahmen seines Sprachkurses zusätzlich qualifizieren.

Von Praktikum bis Volontariat

Teilnehmer, die mit Abschluss des Sprachkurses mindestens das Sprachniveau der Mittelstufe erreicht haben, können im Anschluss auch praktische Erfahrungen in der Anwendung der Sprache im Berufsalltag sammeln. Dafür eignet sich am besten ein durch die Sprachschule vermitteltes Praktikum. Die Teilnehmer können Wunschbereiche angeben, für die sie sich interessieren, und im Rahmen des Praktikums den Arbeitsalltag in einem ausländischen Unternehmen hautnah erleben. Die Praktika finden häufig in kleineren und mittleren Unternehmen statt, die zum Beispiel im kaufmännischen Bereich oder in den Branchen Dienstleistungen, Marketing, Hotellerie, Tourismus, Informatik oder Neue Technologien tätig sind. Neben ersten Erfahrungen in einem bestimmten Berufsfeld stehen auch hier die Erfahrung der interkulturellen Begegnung und die weitere Verbesserung der Sprachkenntnisse im Vordergrund. Die Programme mit Praktikum werden überwiegend im englischsprachigen Raum angeboten, weitere Angebote gibt es für Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch.

Eine weitere Möglichkeit, um einzigartige Erfahrungen im Ausland zu sammeln, ist ein Volontariat oder Freiwilligenprogramm im Anschluss an den Sprachkurs. Diese Programme gibt es vor allem in Lateinamerika, aber auch in Südafrika, Indien und Kanada. Ziel ist es hierbei, noch mehr in die Sprache und Kultur des Landes einzutauchen, indem man sich für ein gemeinnütziges Projekt engagiert. Eingesetzt werden die Teilnehmer zum Beispiel in sozialen oder medizinischen Bereichen, im Bildungswesen oder im Bereich Öko-Tourismus und nachhaltige Entwicklung. Im Fokus steht auch hier neben der sprachlichen vor allem die zwischenmenschliche Erfahrung, welche die Teilnehmer im direkten Kontakt mit den Bewohnern des Landes sammeln können.

Jobben im Ausland

In einigen Ländern ist es mit einem entsprechenden Visum und sicheren Sprachkenntnissen ebenfalls möglich, zusätzlich zum Sprachkurs einen Nebenjob anzunehmen, um sich etwas Geld für die Lebenshaltungskosten dazuzuverdienen. Arbeitsmöglichkeiten gibt es zum Beispiel in Bars, Hotels, Cafés, Geschäften oder im Bereich Tourismus. Innerhalb Europas ist es für deutsche Staatsbürger sogar ohne Visum möglich, eine Arbeit anzunehmen. Für Australien, Neuseeland oder Kanada gibt es ein Working Holiday- oder Studentenvisum mit Arbeitserlaubnis. Manche Sprachschulen bieten ihren Teilnehmern einen Job-Club an, der Tipps und Hilfestellungen in diesem Bereich gibt. Die eigentliche Jobsuche und Bewerbung übernimmt allerdings jeder Teilnehmer selbst.

Karrieretrainings & mehr

Für Teilnehmer mit einem sehr fortgeschrittenen Sprachlevel gibt es außerdem Angebote im Bereich Karrieretraining. Hier werden Studiengänge bzw. berufliche Ausbildungen auf universitärem Niveau angeboten.

Die Programme in England, Australien und Kanada finden vollständig auf Englisch statt, beinhalten aber keinen englischen Sprachunterricht. Die angebotenen Diplome reichen von International Business Management über Event oder Hospitality Management, Marketing, Tourismus, Grafik oder Mode-Design bis zu Informatik und Neue Medien. Wer eine Karriere in einem dieser Bereiche anstrebt, kann mit einem solchen Programm wichtige Qualifikationen in einem interessanten Umfeld gemeinsam mit einheimischen und internationalen Studenten sammeln.

Insgesamt gibt es also eine Vielzahl von Möglichkeiten, um den Lebenslauf und vor allem auch die persönliche Entwicklung durch einen Auslandsaufenthalt zu bereichern und somit die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Ein Langzeitaufenthalt im Ausland ist definitiv eine lohnende Investition.


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