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Ein Praktikum hilft bei der Ausbildungswahl

Jährlich brechen rund 20 Prozent der Jugendlichen ihre Ausbildung ab. Nur wenige nutzen die Gelegenheit, schon vorher in einem Praktikum in den Beruf hereinzuschnuppern. Dabei kann man daraus einiges lernen – nicht nur für die Berufswahl.

Laut Bundesbildungsbericht 2008 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurden im Jahr 2008 rund 21,5 Prozent der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst. Dabei gingen mehr als die Hälfte der Vertragslösungen (57 %) von den Auszubildenden aus.

Bei jedem Zweiten entspricht der Ausbildungsberuf nicht der Vorstellung

Ein Grund für den Ausbildungsabbruch: Jeder Zweite gab an, der Ausbildungsberuf habe nicht dem Wunschberuf entsprochen. 42 Prozent hatten sich den gewählten Beruf anders vorgestellt, als er sich in der Ausbildungsrealität erwies.

Eine gute Möglichkeit, den “Traumberuf” bereits vor der Ausbildung kennen zu lernen, ist ein Praktikum – hier kann man feststellen, ob der gewählte Beruf den eigenen Vorstellungen entspricht.

Mit Betriebspraktikum zukünftigen Beruf kennenlernen

Viele Schulen bieten in der 9. oder 10. Klasse gezielt Betriebspraktika an. In diesen können die Schülerinnen und Schüler in meist zwei Wochen während der Schulzeit einen Beruf “erschnuppern”.

Wer diese Möglichkeit nicht bekommt, der sollte die Ferien dazu nutzen, seinen Traumberuf näher kennenzulernen. Oft bieten Unternehmen auch Teilzeitpraktika an, die am Nachmittag nach der Schule absolviert werden können oder es besteht die Möglichkeit, ein Tagespraktikum zu machen. Dadurch können Sie innerhalb kürzerer Zeit in mehrere Berufe hineinschnuppern. Wenn ein Beruf Ihnen besonders viel Spaß macht, können Sie immer noch ein Schülerpraktikum anschließen.

So findet man ein Praktikum

Ein Praktikum finden kann man heutzutage bereits über das Internet. Aber auch ein gezielter Anruf bei einem infrage kommenden Unternehmen kann helfen. Ebenso kann die regionale IHK weiterhelfen bei der Frage, welche Unternehmen Schülerpraktika anbieten oder im jeweiligen Wunschberuf ausbilden.

Und wenn der “Traumjob” gar keiner ist?

Wenn sich der potenzielle zukünftige Job im Praktikum dann als doch nicht so interessant erweist, ist diese Erkenntnis Gold wert -  denn sie verhindert, dass man dies erst in der Ausbildung merkt.

Wer mit seinem Praktikum nicht zufrieden ist, sollte sich fragen: Welche Aufgaben gefallen/liegen mir überhaupt nicht? Anhand dieser Kriterien lassen sich dann bereits einige Ausbildungsberufe ausschließen. Denn wer merkt, dass der angestrebte Job so gar nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, sollte sich lieber früh als zu spät davon verabschieden und in weiteren Praktika Alternativen ausprobieren. Trostpflaster für denjenigen, der im Praktikum feststellt, dass der gewählte Job der falsche ist: Ein gutes Praktikumszeugnis macht auch bei der Bewerbung für eine andere Ausbildung einen guten Eindruck und zeugt von Engagement. Denken Sie also daran, bei Praktikumsende ein detailliertes Praktikumszeugnis zu verlangen.

Im Praktikum: Azubis ausfragen und Betriebsklima kennenlernen

Selbst wer während des Praktikums nur Kaffee kocht und kopiert, bekommt einen Einblick in die Arbeitsweise des Unternehmens und kann mitunter Kontakt mit Azubis knüpfen. Dann gilt: fragen, fragen, fragen! Vom Tagesablauf bis hin zu den Fächern in der Berufswahl gilt es herauszufinden, ob das eigene Bild vom Beruf korrekt ist.

Natürlich ist auch das Betriebsklima in einem Unternehmen wichtig für eine erfolgreiche Ausbildung – auch diese kann man im Praktikum hautnah erleben.

Diese Fragen helfen bei der Entscheidung

Diese Fragen sollte man sich während des Praktikums stellen:

  • Erfülle ich die Voraussetzungen für die Ausbildung?
  • Wie würde mein Arbeitsalltag aussehen? Bin ich damit zufrieden oder wünsche ich mir andere Aufgaben?
  • Welche Entwicklungs-/ Aufstiegsmöglichkeiten habe ich?
  • Bin ich mit Arbeitszeit, Gehalt, Arbeitsort und –weg zufrieden?

Mit erfolgreichem Praktikum direkt zur Ausbildungsstelle

Bei erfolgreich absolviertem Praktikum kann man vielleicht sogar bereits eine Zusage für eine der begehrten Ausbildungsstellen ergattern. Denn viele Arbeitgeber stellen bevorzugt jemanden ein, der bereits ein Praktikum bei ihnen gemacht hat. Dann entscheiden nicht nur die Zeugnisnoten, sondern auch das Verhalten während des Praktikums. Wer im Praktikum positive Erfahrungen macht, sollte den Kontakt zum Unternehmen nicht abreißen lassen und sein Interesse für eine Ausbildung auch über das Praktikum hinaus bekunden.


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